Herzlichen Glückwunsch ARD

Lena Meyer-Landrut hat den Eurovision Song Contest gewonnen. Glückwunsch Lena. Stefan Raab hat sie in seiner Show „Unser Star für Oslo“ unter 4.000 Kandidaten zusammen mit wechselnden Jurymitgliedern ausgesucht. Glückwunsch Stefan. Aber ohne die ARD bzw. ohne den NDR wäre es nie soweit gekommen.

Deutschland jubelt. Deutschland freut sich. Alle gratulieren Lena Meyer-Landrut und vor allem auch Stefan Raab, den Meistermacher. Was er in die Hand nimmt, scheint zu Gold zu werden, nicht immer Gold, aber wenn er was anpackt, hat er meist Erfolg. So auch mit seinem neusten Star Lena. Im Gegensatz zum Großteil der anderen Castingshows in der deutschen TV Landschaft schaffen es Raab und sein Team die Kandidaten, mit Würde zu behandeln. Er zeigt, dass es nicht ums schnelle Geld (natürlich geht es auch ums Geld, aber nicht um jeden Preis), nicht um quotenbringende Skandale geht. Der Mensch steht bei seinen Castings im Vordergrund. Das galt für Max Mutzke, für Stefanie Heinzmann und nun auch für die ESC Gewinnerin Lena. An dieser Art, mit jungen Talenten umzugehen, können sich Herr B. und Frau K. eine ganz große Scheibe abschneiden.

Aber zurück zur ARD, die kommt mir persönlich bei dem ganzen Jubel zu kurz. Ich bin ein glühender Verfechter und bekennender Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ich bezahle auch gerne meine Rundfunkgebühren. Natürlich bin ich nicht mit jedem Sendeformat, nicht mit jedem Programmverlauf einverstanden. Aber die Rundfunkgebühren geben der hiesigen Fernseh-Landschaft den nötigen Halt für einen breiten Qualitätsstandard.

Den Mut der ARD, den Schritt zu wagen, zusammen mit einem privaten Fernsehsender dieses Format auszustrahlen kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Die starre ARD, mit ihren 9 Landesrundfunksanstaten hat bewiesen, dass sie doch in der Lage ist, neue Wege einzuschlagen und dabei auch ein gewisses Risiko einzugehen. Ich finde, das ist einen Applaus wert. Und ich wünsche mir, auch wenn es von außen nicht so geschätzt wird, dass die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland sich, zumindest innerlich bestärkt fühlt und auch in Zukunft Mut und fortschrittliches Denken, beweist. Diesen Beweis kann sie spätestens mit der nächsten Ausrichtung des Eurovision Song Contest antreten.

Herzlichen Glückwunsch!

3 Kommentare

  1. Schön geschrieben. Gebühren, die dazu verwendet werden, neue Wege zu gehen, ohne dabei den Anspruch an Qualität und Achtung der Menschen zu verlieren, sind gut angelegt. Wohin die Gier nach Geld und Quote führt, wird uns ja täglich präsentiert. Wobei – die Quote bestimmen wir alle selbst, nicht wahr?

  2. Über die ÖR kann man viel und noch viel mehr schreiben. Da es hier um den ESC geht, beschränke ich mich darauf mal.

    Der NDR, der für den ESC innerhalb der ARD verantwortlich ist, hat ja schon in etlichen Jahren zuvor versucht, neue Wege einzuschlagen. Sei es durch nur Jury-Entscheidung oder eine 50/50 Entscheidung. Wieviele waren den vor dem letztjährigen Beitrag noch bei den Entscheidungen? 3-5, wenn ich mich richtig erinnere.

    Es war also eigentlich an der Zeit, mal ganz experimentell zu werden und wenn man dem Raab einfach mal zuhört, wenn es um Musik geht, ist er ein ganz großer. TV ist für Raab nur ein Nebengeschäft, den er liebt die Musik über alles. Von daher war es eigentlich die einzig richtige Entscheidung und Mutzke oder auch die Heinzmann haben in den letzten Jahren bewiesen, dass Raab Leute findet, die sich halten können. Gut, Mutzke hat es jetzt nicht ganz so gut geschafft wie Heinzmann, aber beide kennt man doch noch.

  3. Zu Lena ist alles gesagt, was zu sagen ist. Zum Thema ÖR und ganz besonders der ARD kann ich nur sagen: Ich bin ganz deiner Meinung! 100%ig!!!